News 2021

Pressetalk mit Reimund Elbe

Reimund Elbe
Reimund Elbe Sportreporter

Nürtingen: Am Mittwoch war die Gruppe gespannt auf das Interview mit Reimund Elbe. Thema des Tages, Lockdown und wie gehen die Schiedsrichter der Gruppe Nürtingen mit der Situation um. Das komplette Interview findet Ihr im Lokalsport der NTZ. Pünktlich eingeloggt um 19:30 Uhr fanden sich Steffen Müller, Reimund Elbe, Christopher Körner, Hannelore Pink, Volker Krissler und als Moderator und Administrator der Runde, Christian Keim, ein. Das Medium der Wahl war die Plattform BlueJeans, welche durch den DFB den Fussball Verbänden, zur Verfügung gestellt wird. Reimund Elbe wollte wissen, wie halten sich die Schiedsrichter der Gruppe fit und bleiben auch während des Lockdowns trainiert. Wie findet der Kommunikationsaustausch statt und wie darf man sich die Schulungen und Weiterbildungen der Schiedsrichter in Zeiten der Corona-Pandemie vorstellen. Auf Eigeninitiative angewiesen

Sport-Lockdown: Die Schiedsrichtergruppe Nürtingen versucht sich mit Onlineangeboten und Individualtraining fit zu halten

Von Reimund Elbe

Auch die Unparteiischen-Zunft wird schwer vom neuerlichen Sport-Lockdown gebeutelt. Ein Thema, das in der allgemeinen Gemengelage fast unterzugehen scheint. Das Beispiel der Fußball-Schiedsrichtergruppe Nürtingen spiegelt wider, mit welchen Problemlagen Referees aktuell konfrontiert werden. Der Boss muss nicht lange nach den passenden Worten suchen. „Die Kommunikation untereinander wird schwieriger“, beschreibt Steffen Müller, Obmann der Schiedsrichtergruppe Nürtingen, die Situation. Es werde am Telefon und im Mail-Postfach von Tag zu Tag „immer ruhiger“. Kontakte in Funktionärskreisen funktionierten zwar noch, zum Beispiel mit Online-Ausschusssitzungen, doch nicht zu allen der 140 aktuell in der Gruppe Gelisteten gebe es derzeit Kontakt. Ein Hilfsmittel zur Kontaktpflege sind Online-Seminare. „Pro Sitzung gibt es ein spezielles Thema wie Strafraum oder Elfmeter“, berichtet Müller, dazu halte ein Lehrwart das entsprechende Referat mit eingespielten Videos. Doch mit dem Konzept erreicht die Gruppe nicht alle Schiris. Folge: Der Nürtinger und sein Team sind dringend auf mehr Eigeninitiative der pfeifenden Kolleginnen und Kollegen angewiesen, um bei einem eventuell anstehenden Re-Start nicht bei Null beginnen zu müssen – sowohl was Theorie als auch die Arbeit an der körperlichen Fitness betrifft. Die Angst, dass die Schiris im Lockdown völlig außer Tritt kommen, scheint jedoch nur zum Teil begründet. Denn wie akribisch sich einige der Unparteiischen trotz der noch fehlenden Perspektiven auf den Tag X vorbereiten, zeigen Beispiele. So hat sich Hannelore Pink „ein straffes Programm“ verordnet, wie sie lächelnd betont. Vier- bis sechsmal pro Woche beschäftige sie sich trotz Lockdown in der Freizeit mit dem Hobby. Im Vordergrund: Erhalt der körperlichen Fitness sowie das Absolvieren von Online-Lehrgängen. „Es wäre fatal, wenn ich in den Lockdownzeiten nichts tun würde“, baut die 27-Jährige mental jeglichem Schlendrian vor. Die Esslingerin pfeift unter anderem in der Juniorinnen-Bundesliga, hat deshalb sowohl vom Württembergischen Fußballverband als auch seitens des

DFB konkrete Trainingspläne vorliegen. Joggen, Kräftigungsübungen, Onlinekurse des Fitnessstudios, Regeltests über eine Onlineplattform, Weiterbildungen (mit Videosequenzen aus dem Profi- und Amateurfußball) sind ihre Gesamtbausteine. „Vor einigen Tagen habe ich zum Beispiel eine halbe Stunde lang Seilspringen in der Wohnung praktiziert“, gibt sie Einblick in ihren Pandemie-Schirialltag. Um zu folgendem Fazit zu kommen: „Die Spielpraxis kann dies alles natürlich nicht komplett ersetzen“. Statt am Wochenende selbst auf dem Platz zu agieren, steht außerdem häufiger das Betrachten der Erst- und Zweitligaspiele per TV im Vordergrund. „Es ist jetzt einfach mehr Zeit dazu, diese Profispiele etwas genauer und konzentrierter aus Sicht eines Schiedsrichters anzuschauen“, berichtet Christopher Körner von den SF Dettingen. Sein Hauptaugenmerk gelte dabei dem Thema Abseits. Nicht verwunderlich, weil Körner wie Hannelore Pink (Assistentin in der 2. Frauen-Bundesliga) nicht nur pfeift, sondern immer mal wieder an der Seite agiert - bis auf Landesliga-Level. Dreimal pro Woche hat sich Körner des Weiteren ein selbst zusammengestelltes Ganzkörpertraining verordnet („mein Fitnessstudio bietet leider keine Onlinekurse an“), bis zu zweimal pro Woche joggt er. Volker Krissler gehört zu den erfahrensten Schiedsrichtern in der Region. Seit rund 20 Jahren dabei, muss auch der Routinier erst einmal mit der aktuelle Situation klarkommen. „Grundsätzlich halte ich mich jedoch immer fit“, sagt der einstiege Bezirksligakicker, ein größeres Problem sei vielmehr der Vorlauf bei einem etwaigen Re-Start. „Wir benötigen auf jeden Fall davor einige Freundschaftsspiele, um wieder ein Gefühl auf dem Platz und die entsprechende Sicherheit bei der Beurteilung von Situationen zu bekommen“, gibt der wie Körner bei den SF Dettingen Pfeifende zu bedenken. Die Perspektiven hierfür sind (noch) nicht die besten. „Wir wissen nicht, wie es konkret weitergeht“, betont Christian Keim, Öffentlichkeitsarbeiter des Fußball-Bezirks Neckar-Fils. Der WFV plane jedoch nach wie vor, dass es zu einer Finalisierung der Runde kommen könnte. Bis dahin müssen sich die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter der Region mit dem jeweils selbst auferlegten Lockdown-Programm begnügen.

Fast ein Viertel-Marathon pro Spiel

Körperliche Fitness spielt nicht nur für Profi-Schiedsrichter eine elementare Rolle. Selbst in den Bezirks- und Kreisligen bringen es manche Unparteiische pro Spiel auf Werte von bis zu zehn Kilometern pro Match, wie Volker Krissler bestätigt. Ein Selbstversuch per GPS erbrachte nach seinen Angaben in einem Match einen Wert von knapp neun Kilometern Laufleistung. In der Bundesliga sind sogar Topwerte von über 13 Kilometern möglich. Kein Wunder, dass das Thema Fitness im Lockdown im Profi- wie Amateurbereich hoch hängt. „Die aktuelle Situation bietet für Schiedsrichter sowieso eine große Chance, besser zu werden“, sagt Ex-Bundesliga-Referee Lutz Wagner, als Mitglied der DFB-Schiedrichter-Kommission für den Amateurbereich zuständig. Neben dem Erhalt oder Verbesserung der Fitness sei mehr Zeit vorhanden, sich mit dem Regelwerk auseinanderzusetzen, so Wagner. Die Krise als Chance für das Schiedsrichterwesen – ein interessanter Aspekt in Pandemiezeiten.rei

Neujahrsgüße 2021

Was wird das neue Jahr uns bringen?
Freude und Glück zu jeder Zeit?
Erfolg und allzeit gutes Gelingen?
Kummer, Sorgen, Einsamkeit?
Man kann es nicht sagen.

Zum Glück – denn ist es nicht besonders schön,
nicht zu wissen, was kommt – an allen Tagen?
So können wir dem Jahr wohl hoffentlich voller Zuversicht entgegenseh’n!

Ein frohes und glückliches neues Jahr wünscht die Schiedsrichtergruppe Nürtingen.